Werkstoffe für Lebensmittelkontakt: DIN 10528:2017-08: nach Überarbeitung erschienen

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Lebensmittelhygiene - Anleitung für die Auswahl von Werkstoffen für den Kontakt mit Lebensmitteln - Allgemeine Grundsätze

Mit DIN 10528:2017-08 Lebensmittelhygiene - Anleitung für die Auswahl von Werkstoffen für den Kontakt mit Lebensmitteln - Allgemeine Grundsätze ist im August 2017 die „im Wesentlichen redaktionell“ überarbeitete Ausgabe der Norm erschienen. Das Dokument kann wie üblich nur (Alleinvertriebsrecht) beim Beuth Verlag bezogen werden.

In der Norm DIN 10528 wird die Vorgehensweise zur Auswahl von Werkstoffen und Materialien für Gegenstände beschrieben, die dazu bestimmt sind, beim Herstellen, Behandeln, Inverkehrbringen oder dem Verzehr von Lebensmitteln verwendet zu werden und mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen oder auf diese einzuwirken. Die in der Norm enthaltenen Festlegungen sollen den Herstellern von Maschinen und Lebensmittelbedarfsgegenständen, der Überwachung und weiteren betroffenen Kreisen eine Anleitung für die Auswahl geeigneter Werkstoffe geben, um eine nachteilige Beeinflussung der Lebensmittel zu vermeiden. Für verschiedene Werkstoffgruppen wie nichtrostender Stahl, Kunststoff, Glas, Keramik, Aluminium, Papier und Holz werden die verschiedenen Voraussetzungen und Anforderungen dargestellt, die für den Einsatz in Kontakt mit Lebensmitteln zu berücksichtigen sind.

Gegenüber DIN 10528:2009-06 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) die Norm wurde redaktionell überarbeitet;
b) die normativen Verweisungen wurden aktualisiert und bezüglich der zitierten gesetzlichen Regeln zur Lebensmittelgesetzgebung dem neuesten Stand angepasst;
c) einige Begriffsdefinitionen wurden überarbeitet und die Definition des Begriffes "Lebensmittelbeständigkeit" gestrichen;
d) die Abschnitte 5, 6, 7 und 8 wurden überarbeitet und die rechtlichen Vorgaben wurden aktualisiert;
e) Anhang A wurde aktualisiert;
f) Anhang B wurde gestrichen;
g) die Norm wurde den derzeit geltenden Gestaltungsregeln für Normen angepasst.

Originalsprachen: Deutsch
Ersetzt DIN 10528:2009-06.

  • Die Geschäftsstelle des Fachverbands war in Form der Arbeitskreisleitung des zuständigen DIN-Gremiums an der Überarbeitung beteiligt. Die Norm liegt im Arbeitsgebiet des DIN-Normenausschuss Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte (NAL). Auch auf Betreiben der Geschäftsstelle hatte man sich entschlossen, nach der turnusmäßigen Überprüfung eine lediglich redaktionelle Anpassung vorzunehmen. Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als sehr sinnvoll herausstellte, denn selbst hierfür gingen auch seitens der Überwachung Einsprüche ein, die zwei Tage Einspruchssitzung erforderten. Eine vollumfängliche Überarbeitung der Norm, die noch zu Zeiten erschienen war, als relativ wenige Dokumente eine Orientierung im Umfeld der gesetzlichen Vorschriften boten, wäre einerseits sehr aufwendig geworden. Zum anderen hätte war es nicht Intention des Gremiums, die gesetzlichen Anforderungen einfach zu wiederholen; auch ein Umformulieren hätte wie anfängliche Diskussionen zeigten ggf. den Sinn verändert. In der Summe entschied man sich, vorrangig Verweise und wenige Aussagen „im Wesentlichen redaktionell“ zu aktualisieren.
     
  •  Mit ein Grund für die nur redaktionelle Überarbeitung war, dass zeitgleich im CEN/TC 153 der Technical Report
    TR 15623
    Food processing machinery — Route map — Materials for food area
    Nahrungsmittelmaschinen — Leitlinie — Werkstoffe im Nahrungsmittelbereich
    zur Überarbeitung anstand. Diejenigen Experten, die auch im dafür zuständigen deutschen Spiegelausschuss bzw. der betreffenden CEN/TC 153 WG13 aktiv sind sahen es als geboten an, eher auf dieser Ebene zu agieren, als eine Bearbeitung des Themas auf rein nationaler Ebene.
    Wie sich im Nachhinein und auf Beschluss des CEN/TC 153 dann zeigte, auch hier eine absolut richtige Einschätzung. Denn auch in der CEN/TC 153 WG13 erkannte man nach den ersten Formulierungsversuchen das auch schon national zu Tage getretene Dilemma, dass ein eines wiederholen der gesetzlichen Anforderungen ebenso wenig sinnvoll schien wie ein fehlerträchtiges Umformulieren; zudem wurde (auch von deutscher Seite) argumentiert, dass nationale Regelungen, die europaweit ergänzend zu den EU-Vorschriften Bestand haben dürfen, kaum umfassend recherchiert, geschweige denn aktuell gehalten werden könnten. Im Ergebnis führte diese Einschätzung statt zur Überarbeitung dann zur Zurückziehung des TC 15623.

Nach wie vor im Gange (Stand: August 2017) sind in der oben genannten CEN/TC 153 WG13 die Arbeiten an der Revision von

EN 1672-2
Nahrungsmittelmaschinen - Allgemeine Gestaltungsleitsätze - Teil 2: Hygieneanforderungen.

Diese Norm wird umfassend und mit einigen Änderungen und schärfer als bisher gefassten Anforderungen überarbeitet. Mit einer Entwurfsveröffentlichung ist nicht vor 2018 zu rechnen. Über den Fortgang berichten wir in unregelmäßigen Abständen bedarfsweise in unserem Newsletter Technik, sowie in einem eigenen Verteiler dazu. Bei Interesse sprechen Sie uns an!