Fleischverarbeitungsmaschinen

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Der deutsche Fleischverarbeitungsmaschinenbau befindet sich in einer guten Position: 2018 war für die Branche das achte Wachstumsjahr in Folge. Der Produktionswert wuchs um rund 4 Prozent auf fast 1,2 Milliarden Euro. Rund 60 Unternehmen sind in der Branche tätig. Das Inlandsgeschäft zeigte sich als starke Triebfeder der Geschäftsentwicklung. Die Exporte übertrafen das Vorjahresniveau.

Inland in Investitionslaune, Auslandsgeschäft auf hohem Niveau

Der deutsche Fleischverarbeitungsmaschinenbau befindet sich in einer guten Position: 2018 war für die Branche das achte Wachstumsjahr in Folge. Der Produktionswert wuchs um rund 4 Prozent auf fast 1,2 Milliarden Euro. Rund 60 Unternehmen sind in der Branche tätig. Das Inlandsgeschäft zeigte sich als starke Triebfeder der Geschäftsentwicklung. Die Exporte übertrafen das Vorjahresniveau.

2018 stieg die Produktion im Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen um rund 6 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro. Damit entwickelte sich die Branche deutlich besser als der Maschinebau insgesamt, der ein Plus von 2 Prozent verzeichnete. Die Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenindustrie ist fünftgrößter von insgesamt 34 Fachzweigen des deutschen Maschinenbaus. Der Exportumsatz beträgt im Durchschnitt 86 Prozent des Gesamtumsatzes.

Der Fleischverarbeitungsmaschinenbau ist die stärkste Teilbranche und zeigte im vergangenen Jahr abermals eine solide Wachstumsdynamik. Die Maschinenproduktion stieg nach vorläufigen Daten um 4 Prozent auf 1,2 Milliarde Euro. Besonders in den letzten 3 Jahren hat das Inlandsgeschäft sehr stark zum Branchenwachstum beigetragen. So wurden 2017 Maschinen im Wert von 347 Millionen Euro in Deutschland verkauft, das entsprach einem Zuwachs von 12 Prozent gegenüber dem bereits hohen Vorjahresniveau. Die Investitionslaune blieb auch 2018 im Höhenflug. Modernisierungsvorhaben, Kapazitätserweiterungen und der Aufbau neuer Produktionsstandorte sorgen für nachhaltige Impulse. Die Gesamtnachfrage in Deutschland dürfte nach vorläufigen Berechnungen des VDMA im Jahr 2018 fast 400 Millionen Euro erreichen. Von den in Deutschland verkauften Maschinen entfällt regelmäßig etwa 20 Prozent des Absatzwertes auf Importe. Diese kamen auch im Jahr 2018 vornehmlich aus den Niederlanden. Mit größerem Abstand folgen China, Österreich, Tschechien und die Schweiz.

Schwieriges Marktumfeld - Export wächst moderat
Das Auslandsgeschäft liegt seit 2015 auf einem hohen Niveau und schwankt zwischen 550 und 565 Millionen Euro. Nach einem leichten Rückgang im Jahr 2017 stiegen die Exporte im vergangenen Jahr wieder moderat um rund 2 Prozent auf 557 Millionen Euro. In diesem Wert sind Koch- und Räucheranlagen sowie Ersatzteile nicht inkludiert.

Fleischverarbeitungsmaschinen aus Deutschland werden in die ganze Welt verkauft und sorgen in über 100 Ländern für eine sichere, hygienische und effiziente Verarbeitung von Fleisch. Außenhandelsschwerpunkt bleibt Europa: 2018 gingen 58 Prozent der Auslandslieferungen in die europäischen Länder, davon 46 Prozent in die Europäischen Union. Sieben der Top 10 Absatzmärkte liegen in der EU, darunter auch das Vereinigte Königreich, wohin die Lieferungen 2018 mit zweistelliger Wachstumsrate zulegten. Vorzieheffekte bei den Investitionen im Zusammenhang mit dem Brexits schlagen sich hier nieder, denn die zukünftigen Konditionen für die Beschaffung sind für die britischen Unternehmen genauso ungewiss. Das gilt auch für die Geschäftsmöglichkeiten der deutschen und weiteren europäischen Maschinenlieferanten.

In den anderen wichtigen EU Märkten der deutschen Hersteller sind unterschiedliche Tendenzen zu erkennen. Insgesamt stiegen die Lieferungen in die Europäische Union um 3 Prozent auf 256 Millionen Euro. Frankreich, das Vereinigte Königreich und Spanien war die drei stärksten Märkte. Auch die Lieferungen nach Italien stiegen mit einem Plus von 22 Prozent deutlich über das Vorjahresniveau. Günstigen Abschreibungsbedingungen boten den italienischen Unternehmen deutliche Investitionsanreize. Auch die Lieferungen nach Österreich stiegen zweistellig, während die Nachfrage aus dem ebenfalls wichtigen Markt Polen auf hohem Niveau stabil blieb.

Die USA, seit vielen Jahren wichtigster Exportmarkt für die Maschinenhersteller, zeigte sich 2018 anhaltend investitionsfreudig. Die deutschen Lieferungen in die Vereinigten Staaten lagen bei 85 Millionen Euro und erreichten damit im vergangenen Jahr ein Allzeithoch. Die bereits im Jahr 2017 aufgelegte US-Steuerreform verbunden mit günstigen Abschreibungsbedingungen hat neben dem günstigen Wechselkurs zusätzliche Investitionsanreize für die fleischverarbeitenden Unternehmen geschaffen, die weiter kräftig in Modernisierung und Kapazitätserweiterungen investieren. Auch für 2019 geht der VDMA daher von guten Geschäftsmöglichkeiten aus, zumal der hohe Technologiebedarf nicht allein durch lokale Anbieter gedeckt werden kann.

Drittwichtigste Region für die deutschen Maschinebauer ist Asien mit China, Südkorea und Japan als stärkste Märkte. Das Chinageschäft hat 2018 nach mehreren schwachen Jahren wieder etwas angezogen. Die Lieferungen von Fleischverarbeitungsmaschinen stiegen auf rund 15 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund des sehr starken lokalen Maschinenbaus, der durch politische Rahmensetzungen zusätzlich gestärkt wird, sind die Geschäftsmöglichkeiten für ausländische Unternehmen, die keine lokale Produktion in China aufbauen eingeschränkt. Daher ist eine Rückkehr Chinas auf die Top 10 Liste der wichtigsten Absatzmärkte mit Fragezeichen zu versehen.

Deutlich positiver entwickelte sich 2018 das Russlandgeschäft. Das Land hat traditionell ein starkes Gewicht für die Hersteller von Fleischverarbeitungsmaschinen. Aufgrund der Sanktionen und der Rubelabwertung wurden in den letzten Jahren viele Investitionsvorhaben auf Eis gelegt.

Das russische Importverbot europäischer Lebensmittel und der im Gegenzug staatlich geförderte Auf- und Ausbau der lokalen Lebensmittelindustrie sorgt für kräftige Investitionen. Das gilt besonders für die Fleisch verarbeitenden Betriebe. Ihr Ausstoß ist nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Credinform von Januar bis November 2018 um über 12 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gestiegen. Die Geschäftsmöglichkeiten für Maschinenlieferanten sind entsprechen gut da, der Bedarf nicht durch lokale Unternehmen gedeckt werden kann. 2017 gab es bereits einen Zuwachs der deutschen Exporte um 23 Prozent, 2018 stiegen die Lieferungen nach Russland in exakt der gleichen Größenordnung und erreichten 31 Millionen Euro.

Weitere Geschäftsimpulse kamen 2018 aus den Ländern Mittel- und Südamerikas mit Mexiko, Brasilien und Argentinien an der Spitze. In Asien waren neben den bereits genannten Ländern China, Japan und Südkorea verstärkte Nachfrageimpulse aus Thailand, Vietnam, und den Philippinen zu vermelden. Die Länder Afrikas - mit Ausnahme der Republik Südafrika - und des Nahen Mittleren Ostens blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Steigender Konsum treibt Investitionen
Die weiteren Aussichten für die Zulieferindustrie der Fleischwirtschaft sind weiterhin positiv. Die weltweite Produktion von Fleisch lag 2018 nach Angaben des britische Marktforschungsunternehmen Euromonitor International bei 1,05 Billionen Euro. Bis 2027 soll der Produktionswert auf 1,56 Billionen Euro steigen. Das entspricht einem Zuwachs von jährlich rund 5 Prozent. Auch der Mengenabsatz von Fleisch, der sich laut Euromonitor International im Jahr 2018 auf 237 Millionen Tonnen weltweit belief, legt mit Wachstumsraten von jährlich rund 2 Prozent zu.

Auf Asien entfällt schon heute fast die Hälfte der Fleischproduktion und des Fleischkonsums. Getrieben wurde und wird das Wachstum weiterhin durch den steigenden Verbrauch in den bevölkerungsreichen Regionen – das sind neben Asien mit China, Indien und Vietnam an der Spitze, Mittel- und Südamerika mit Mexiko, Brasilien und Argentinien als Schwerpunktländer sowie der Nahe/Mittlere Osten und Afrika mit beispielsweise Iran, Ägypten und Nigeria.

In Nordamerika steigt das Handelsvolumen von Frischfleisch trotz bereits hohem Pro-Kopf-Verbrauch gemäß Euromonitor bis 2022 weiter an, während der Mengenabsatz in Westeuropa insgesamt leicht zurück geht. Dies liegt zum einen an demographischen Faktoren, zum anderen verbreitet sich der Trend, Fleischalternativen in die Ernährung zu integrieren. Zumindest in Deutschland steigt der Anteil sogenannter Flexitarier, die lieber weniger aber dafür besser essen. Der Verbrauch in den neueren EU Ländern wie Polen, Tschechien oder Ungarn steigt hingegen weiter an - trotz bereits hohem Pro-Kopf-Konsum.

Von der insgesamt aufwärts gerichteten Entwicklung der globalen Fleischwirtschaft und den damit verbundenen Investitionen profitieren nicht nur die deutschen Hersteller. Nach Daten der nationalen Statistikämter für 2018 verzeichneten die meisten anderen Lieferländer Zuwächse im Exportgeschäft.

Dieser dürfte 2018 mehr als 2 Milliarden Euro betragen. Aller Voraussicht nach - die endgültigen Exportdaten der 52 im VDMA erfassten Industrieländer liegen erst im Juni vor - wird der deutsche Anteil am Welthandel 2018 erneut bei knapp 30 Prozent liegen. Als zweitwichtigstes Lieferland stehen die Niederlande für rund 22 Prozent des internationalen Außenhandels mit Fleischverarbeitungsmaschinen. Es folgen in größerem Abstand Italien, die USA China, Dänemark, Polen, Frankreich, Österreich und Spanien mit Anteilen zwischen 9 und 4 Prozent.

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