Verpackungsmaschinen: Branchenentwicklung 2019/2020

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Verpackungsmaschinenproduktion und -export legten 2019 erneut zu. Corona-Pandemie prägt 2020 die Branchenentwicklung

 

Für den deutschen Verpackungsmaschinenbau war 2019 das neunte Wachstumsjahr in Folge. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stellten die ca. 250 überwiegend mittelständischen Unternehmen Verpackungsmaschinen im Wert von insgesamt 7.3 Mio. Euro her, ein Zuwachs von 2,2 Prozent.

Rund ein Drittel der Produktion entfiel dabei auf Füll- und Verschließmaschinen, die mit rund 2 Mrd. Euro 3 Prozent über dem Vorjahresniveau lag. Darin enthalten sind Getränkeabfüllmaschinen mit 461 Mio. Euro, die einen Zuwachs von 5 Prozent verzeichnen konnten. Die Produktion von Form-, Füll- und Verschließmaschinen stieg um 3 Prozent auf 1,23 Mrd. Euro.

Positive Wachstumsraten verzeichneten des Weiteren Kartonierer (plus 23,5 Prozent), Sammelpack- u. Transportverpackungsmaschinen (plus 7,3 Prozent), andere Verpackungsmaschinen (plus 9,2 Prozent sowie Teile für Verpackungsmaschinen (plus 3,1 Prozent) auf. Dagegen sank die Produktion von Etikettier- und Ausstattungsmaschinen (minus 9,2 Prozent), Einschlag- und Einwickelmaschinen (minus 17,2 Prozent sowie von Reinigungsmaschinen für Packmittel (minus 22,7 Prozent).

 

Export - Säule des Erfolgs

Die deutschen Verpackungsmaschinenhersteller liefern ihre Maschinen und Anlagen in mehr als 100 Länder weltweit und generieren damit mehr als 80 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. Die Exporte legten um 2,3 Prozent zu und erreichten 2019 einen Wert von knapp 6 Mrd. Euro, ein neues Allzeithoch.

Die Hälfte der Maschinenlieferungen gingen nach Europa und davon 36 Prozent in westeuropäische Länder. Hier ist hier Frankreich der größte Einzelabsatzmarkt. Die Nachfrage legte um knapp 5 Prozent auf 315 Mio. Euro zu. Nach Osteuropa exportierten die Hersteller Maschinen und Anlagen im Wert von 923 Mio. Euro, ein Zuwachs von knapp 4 Prozent. Mit einem Exportvolumen von 300 Mio. Euro ist Polen der größte Einzelabsatzmarkt in dieser Region gefolgt von Russland. Die Exporte nach Russland beliefen sich auf 203 Mio. Euro, ein Plus von 5 Prozent.

Asien, nahm 20 Prozent der gesamten deutschen Verpackungsmaschinenexporte ab und war damit die zweitgrößte Absatzregion. Die Lieferungen legten um knapp 16 Prozent zu auf 1,14 Mrd. Euro. Größtes Abnehmerland der Region war erneut China. Nach drei schwachen Jahren zog 2019 die Nachfrage an und das Land nahm Maschinen und Anlagen im Wert von 450 Mio. Euro ab, ein Plus von 23 Prozent. Weitere Wachstumsimpulse kamen aus Indien, Indonesien und Thailand.

Die Exporte nach Nordamerika, der drittgrößten Absatzregion, legten um knapp 8 Prozent auf 886 Mio. Euro zu. Davon gingen Verpackungsmaschinen im Wert von 785 Mio. Euro in die USA, dem seit Jahren weltweit größten Einzelabsatzmarkt der deutschen Hersteller.

 

Leichte Lieferzuwächse konnten die Verpackungsmaschinenhersteller in Afrika verzeichnen, das knapp 6 Prozent der gesamten Exporte abnahm. Hier gingen größere Auslieferungen nach Nigeria und Ghana.

Die Nachfrage Lateinamerikas lag 30 Prozent unter Vorjahresniveau, wozu insbesondere der Einbruch in Mexiko beigetragen hat. Nach hohen Projektauslieferungen in den beiden Vorjahren sanken die die Exporte 2019 um knapp 70 Prozent.

Zweistellig fielen auch die Exportrückgänge im Nahen und Mittleren Osten aus (minus 17 Prozent). Die Lieferungen in den Iran brachen um mehr als 60 Prozent ein, nach Saudi-Arabien um 17 Prozent. Nachfrageimpulse kamen dagegen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak und Israel.

Die 10 größten Einzelabsatzländer der deutschen Verpackungsmaschinenbauer waren 2019 in der Reihenfolge: die USA, China, Frankreich, Polen, Vereinigtes Königreich, Spanien, Niederlande, Russland, Schweiz und Belgien. 

 

Internationaler Außenhandel

Der internationale Außenhandel mit Verpackungsmaschinen legte 2019 um 4 Prozent auf 22,4 Mrd. Euro zu, den Deutschland und Italien seit Jahren dominieren. Mit einem Anteil von 27 Prozent konnte Deutschland auch 2019 seine Position als Nummer 1 beim Export behauptet. Italien belegt erneut Rang 2. Erstmals seit 2015, in dem die bisher steigenden Exporte stagnierten, sanken diese 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 2 Prozent. Mit großem Abstand folgt China, das seinen Anteil am internationalen Außenhandel kontinuierlich ausbaute, von knapp 4 Prozent in 2010 auf 7 Prozent in 2019. Das Land legte 2019 beim Export deutlich zu und erzielte einen Wert von 1,51 Mrd. Euro, ein Plus von 26 Prozent im Vorjahresvergleich. Rang 4 der größten Exportnationen von Verpackungsmaschinen nahmen die Niederlande mit einem Anteil am Welthandel von 5 Prozent ein, gefolgt von den USA mit einem Anteil von 4 Prozent.

 

Corona-Pandemie prägt 2020

Die Corona-Pandemie stellt für alle Industriezweige und so auch den Verpackungsmaschinenbau eine große Herausforderung dar. Die Ende 2019 nachlassende Orderdynamik setzte sich mit Beginn 2020 fort und die Unternehmen verbuchten zu Beginn der Pandemie nicht nur weniger Aufträge aus Europa, sondern auch aus Asien sowie Nord- und Lateinamerika. Im Mai schlug der Rückgang bei den Aufträgen besonders stark zu und die Unternehmen konnten nahezu ein Viertel weniger Aufträge in ihre Bücher nehmen als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Trotz steigender Orders in den Monaten Juni, Juli und August ist die Auftragslage nach wie vor angespannt. Die Verpackungsmaschinenproduktion sank im ersten Halbjahr 2020 um 12 Prozent unter das Vorjahresniveau. Die schwache Maschinennachfrage wird sich auch in der zweiten Jahreshälfte spürbar auf Produktion und damit Umsatz auswirken.

Die Exporte sanken im ersten Halbjahr 2020 um knapp 9 Prozent unter das vergleichbare Vorjahresniveau. Dabei gingen die Lieferungen nach Europa um 17 Prozent, nach Asien und Afrika jeweils um 10 Prozent zurück. Die Verpackungsmaschinenexporte nach Nordamerika legten dagegen um 17 Prozent und in den Nahen und Mittleren Osten um 14 Prozent zu.

Reise- und Aufenthaltsbeschränken erschweren nach wie vor die Auslieferungen von Verpackungsmaschinen und Inbetrieb- und Endabnahmen vor Ort sind vielfach nicht möglich. Die Entwicklungen in den Märkten sind unsicher und nicht absehbar, was eine Umsatzprognose für das laufende Jahr erschwert. Die meisten Unternehmen gehen daher für 2020 von einem Minus beim Umsatz aus. Etwas über ein Drittel erwartet moderate Rückgänge von bis zu 5 Prozent im Vorjahresvergleich, ein weiteres Drittel Rückgänge von deutlich mehr als 10 Prozent.

Laut einer VDMA Umfrage vom September 2020 zu den Aussichten für die Jahre 2021/2022 im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, gaben 20 Prozent der befragten Unternehmen im Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen an, dass der Umsatz 2021 wieder im Plusbereich liegt und auf das Umsatzniveau von 2019 zurückkehrt. 55 Prozent gehen jedoch aus, dass sich der Umsatz erst 2022 wieder erholt und das Vorkrisenniveau erreicht.