10 Fragen an Andreas Hager - Geschäftsführer der Magurit Gefrierschneider GmbH

Magurit Gefrierschneider GmbH

Andreas Hager (Jahrgang 1970) ist stellvertretender Vorsitzender der VDMA Fachabteilung Fleischverarbeitungsmaschinen und Geschäftsführer der Magurit Gefrierschneider GmbH in Remscheid. Nach Abitur und Wehrdienst machte Hager eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Es folgte ein Studium der Internationalen Betriebswirtschaft an der International School of Management, das er 1997 als Diplombetriebswirt (FH) abschloss. Im gleichen Jahr stieg er in das Familienunternehmen, die Magurit Gefrierschneider GmbH ein. Vier Jahre lang arbeitete Hager im Vertrieb und baute die internationalen Vertriebsstrukturen auf. Seit 2001 ist er als Geschäftsführer der Magurit Gefrierschneider GmbH und deren verbundenen Unternehmen verantwortlich für den gesamten kaufmännischen Bereich und die Produktion. Andreas Hager ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Beschreiben Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen macht.
MAGURIT ist spezialisiert auf die Herstellung von Schneidemaschinen für frische und gefrorene Produkte, und beliefert damit die Lebensmittel-, Tiernahrungs-, und Pharmazieindustrie. Größter Einzelmarkt bislang (noch) ist die Fleischverarbeitung.

Warum engagieren Sie sich im VDMA?
Weil der VDMA, als immerhin größter Industrieverband Europas, für den deutschen Maschinenbau eine ideale Plattform darstellt, auch für kleinere und mittlere Unternehmen, wie wir es sind, Wissen zu schöpfen und Aufmerksamkeit zu erlangen. Der VDMA kann Hilfe und Unterstützung bei der Lösung technischer, wirtschaftlicher oder auch rechtlicher Probleme sein. Als wir Mitglied wurden, war klar, dass wir dies nicht nur tun, um Jahresbeiträge zu zahlen und uns die VDMA Flagge ins Foyer zu stellen. Wir (be-) nutzen den VDMA, wir versuchen, durch ihn Gehör zu finden, und Entscheidungen zu beeinflussen, und wir lernen durch ihn. Diese Möglichkeit steht allen Mitgliedern offen, nutzen muss man sie aber selbst (wollen). Wir haben für uns entschieden, aktiv und nah „dran“ zu sein.

Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage?
Als gut, sehr gut, zu gut.

Wer lernt, lebt.

Was war aus Ihrer Sicht die größte Innovation der letzten Jahre?
schmunzelt: Für einen begeisterten Fußballfan mit immer schlechter werdenden Augen eindeutig: HD-TV.

Worin sehen Sie die wichtigsten Zukunftsaufgaben für die Branche?
Es mag etwas abgedroschen klingen, aber „wer lernt, lebt“. Solange wir die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllen, haben wir eine Zukunft. Und als Lieferanten von Maschinen und Anlagen für die Lebensmittelindustrie werden wir uns wahrscheinlich weiterhin an ein sich ständig änderndes Konsumverhalten anpassen dürfen. Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass auf „Vegan“ und „Frutan“, „Paleo“ folgt. Für unser Unternehmen ist die Anpassung an sich ständig ändernde Erwartungen eigentlich Tagesgeschäft, und das bleibt unsere Aufgabe für die Zukunft.

Für den Maschinenbau generell, vielleicht für den deutschen besonders, sehe ich als eine große Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte, unser in großen Schritten näher kommendes Demographie-Problem anzugehen. Lösen wir uns von unserer historischen Stärke als Produktionsgesellschaft hin zu einer Servicegesellschaft, treffen wir die Entscheidung, hier nur noch zu entwickeln, und „anderswo“ zu produzieren, weil uns einfach die Produktionsmitarbeiter fehlen, oder werden wir durch Zuzug und qualifizierte Ausbildung uns als Industrienation behaupten können? Auch wir, wie viele andere mir bekannte Unternehmen mit ähnlicher Größe und Struktur, investieren derzeit massiv in Produktions- und Entwicklungserweiterungen. Aber mir stellt sich die Frage, wer - vielleicht für meine Söhne - mal dort arbeiten wird.

Wofür bzw. worin sehen Sie Innovationspotentiale?
Der Begriff Innovation wird mir oft zu weitreichend gebraucht. Für mich ist für unsere Branche „Ressourceneffizienz“ derzeit die Basis für kurz- und mittelfristige Entwicklungen. Alles, was getan werden kann, die richtigen Waren in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort unter menschlichen, ökologischen, und ökonomischen Gesichtspunkten an unsere Kunden zu liefern, bietet die Möglichkeit zur Innovation. Denn wenn man es besser als bisher machen kann, ist noch nicht alles Potential ausgeschöpft. Und solange wir selbstkritisch genug bleiben, finden sich täglich neue Ideen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Menschen am meisten?
Ehrlichkeit und Humor.

Was ärgert Sie im beruflichen Alltag am meisten?
Unaufgeforderte Werbeemails und mein eigenes Zeitmanagement.

Wer ist Ihr Vorbild und warum?
Ich bin eigentlich kein Freund von Menschenkult, aber wenn ich jemanden benennen muss, dann vielleicht Galileo Galilei: „Und sie bewegt sich doch…“, mit einfachsten Worten, sein eigenes Leben ernsthaft gefährdend, seinen Widerstand gegen menschliche Borniertheit zum Ausdruck bringend: Das ist Charakterstärke.

Was war der klügste Rat, den Sie jemals bekamen?
Nimm Dich im Leben nicht selbst zu wichtig…

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