10 Fragen an Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer - Vorstandsvorsitzender der KHS GmbH

KHS

Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, Jahrgang 1967, ist stellvertretender Vorsitzender der Fachabteilung Getränkemaschinen und Molkereitechnik des VDMA Fachverbandes Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen und Vorstandsvorsitzender der KHS GmbH in Dortmund. Nachdem Maschinenbaustudium promovierte Niemeyer 1998. 2001 folgte die Habilitation und 2005 die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Leibniz Universität Hannover. Nach verschiedenen Führungspositionen bei der Salzgitter AG wurde er 2009 Mitglied des Vorstandes der KHS GmbH, dessen Vorsitz er 2011 übernahm. Niemeyer ist zudem Leiter des Geschäftsbereichs Technologie der Salzgitter AG und ist damit Mitglied der Konzerngeschäftsführung.

Beschreiben Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen macht.
Wir bringen weltweit Inhalt in eine Form - innovativer Hersteller von Abfüll- und Verpackungsmaschinen und -linien für die Getränkeindustrie.

Warum engagieren Sie sich im VDMA?
Weil man gemeinsam mehr erreichen kann. Deutschland ist gekennzeichnet durch eine hervorragende Vernetzung von Zulieferern und Produzenten, Hochschulen und Industrie. Der VDMA bietet für uns die ideale Plattform, um unsere Interessen zu bündeln und zu verfolgen.

Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage?
Positiv, die gesamte Maschinenbauindustrie in Deutschland wächst und unsere Märkte wachsen auch nach wie vor. Durch eine weltweite Aufstellung können Krisenregionen mit geringeren Bedarfen durch andere prosperierende Märkte ausgeglichen werden. Somit ist auch mein mittelfristiger Ausblick positiv.

Was war aus Ihrer Sicht die größte Innovation der letzten Jahre?
Für mich ist das Smartphone die größte Innovation der letzten Jahre. Es vereinbart mehrere Geräte in einem, bietet zusätzliche Services, die völlig neue Geschäftsmodelle eröffnet haben, und hat dazu ein geniales Bedienkonzept, dass die Mensch-Maschine-Schnittstellen revolutionierte.

Worin sehen Sie die wichtigsten Zukunftsaufgaben für die Branche?
Die Herausforderung die aus Industrie 4.0 im Hinblick auf qualifiziertes Personal erwächst. Die zunehmende Digitalisierung unserer Prozesse und Produkte führt zu einem stark wachsenden Bedarf an geeigneten Mitarbeitern. Dieser Zusatzbedarf muss durch zusätzliche Schul-, Studiums- und Weiterbildungsangebote gezielt generiert werden, sonst werden wir noch lange warten auf die Digitalisierung der Produkte und das Internet der Dinge. Selbstredend sind es darüber hinaus geeignete Rahmenbedingungen zur Sicherung des Standort Deutschland auch für die Zukunft zum Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit.

Wofür bzw. worin sehen Sie Innovationspotentiale?
Nach wie vor nutzen wir den Blick über den Tellerrand zu wenig, um durch Cross Industry Ansätze oder frugale Innovationen die Basis zu erweitern. Für unsere mit dem deutschen Verpackungspreis und dem German Design Award ausgezeichnete Nature MultipackTM-Verpackung haben wir beispielsweise das Wissen unserer Stahlentwicklungskollegen aus dem Konzern genutzt, um den richtigen Klebstoff zu finden. Des Weiteren sollten wir durch die Öffnung unserer technischen Fragestellung für eine größere Anzahl an Köpfen, seien es eigene Mitarbeiter, Lieferanten oder Externe die Schwarmintelligenz durch Crowdsourcing besser nutzen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Menschen am meisten?
Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Kreativität.

Was ärgert Sie im beruflichen Alltag am meisten?
Fehlendes selbstständiges Denken, Entscheiden und Hinterfragen sowie Wiederholungen.

Wer ist Ihr Vorbild und warum?
Grundsätzlich hat mich Steve Jobs nachhaltig beeindruckt. Seine Art Dinge zu präsentieren oder interne Meetings abzuhalten sowie ganz wesentlich, den Nerv der Kunden zu treffen, um wirkliche Durchbruchsinnovationen zu ermöglichen. Wobei definitiv nicht das Ziel sein kann, so zu werden wie er war, dies ist weder möglich noch denkbar.

Was war der klügste Rat, den Sie jemals bekamen?
Drei Grundsätze: 1.: Dinge, die man ändern kann und sollte, mit allem was einem zur Verfügung steht positiv zu verändern. 2.: Dinge, die man nicht verändern kann, hinnehmen. 3.: Das Erste vom Zweiten zu unterscheiden.

Der VDMA bietet für uns die ideale Plattform, um unsere Interessen zu bündeln und zu verfolgen.

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