Impulsgeber ACHEMA - VDMA Maschinen und Anlagen für Pharma und Kosmetik

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Der Bereich Herstellungs- und Verpackungsmaschinen für Arzneimittel ist eine kleine, aber hochspezialisierte und im internationalen Wettbewerb sehr erfolgreiche Teilbranche des deutschen Maschinenbaus. Die Branche trifft sich auf der ACHEMA zur internationalen Leistungsschau.

ACHEMA 2018

VDMA Maschinen und Anlagen für Pharma und Kosmetik:

Impulsgeber ACHEMA
Der Bereich Herstellungs- und Verpackungsmaschinen für Arzneimittel ist eine kleine, aber hochspezialisierte und im internationalen Wettbewerb sehr erfolgreiche Teilbranche des deutschen Maschinenbaus. Die Branche trifft sich auf der ACHEMA zur internationalen Leistungsschau. Alle führenden internationalen Hersteller sind auf der Messe mit repräsentativen Ständen vertreten. Zur ACHEMA kommen Kunden aus aller Welt, um sich über die neuesten Entwicklungen in der Produktions- und Abfüll- und Verpackungstechnik bei Arzneimitteln zu informieren. Das ist nicht ohne Grund so. Denn nach wie vor ist die Zulieferindustrie der einstigen Apotheke der Welt der weltweit begehrteste Lieferant für Produktions- und Verpackungsmaschinen.

Pharmamaschinen "made in Germany" weltweit führend
Für die Branche gibt es keine belastbaren amtlichen Produktions- und Außenhandelsdaten. Der VDMA schätzt das deutsche Produktionsvolumen an Pharmaproduktions- und –verpackungsmaschinen auf etwa 1,8 Mrd. Euro. Der weitaus größte Teil der Produktion geht in den Export. Entsprechend der zunehmenden Bedeutung der sogenannten "Pharmerging Markets" haben diese Länder in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den Industrieländern an Bedeutung zugelegt. Die führenden Unternehmen der Branche sind mittlerweile mit Montage- und z.T. Produktionsstandorten in China und Indien vertreten, um vor allem im mittleren Marktsegment der aufkommenden lokalen Konkurrenz in China und Indien die Stirn bieten zu können. Im High-End-Segment dominiert das klassische Liefergeschäft. Dieses Segment beherrschen weiterhin die Europäer.

Insgesamt konnte der deutsche Pharmamaschinenbau seine Marktposition im internationalen Wettbewerb behaupten. Wertmäßig kommt etwa jede vierte Pharmamaschine aus Deutschland. Gemessen an Stückzahlen oder installierter Produktionskapazität haben allerdings - begünstigt durch das Wachstum der jeweiligen Heimatmärkte und das Wachstum in den preissensitiven Pharmerging Markets – die Maschinenproduktionsländer China und Indien deutlich Marktanteile gewonnen. Wertmäßig dürfte der Gesamtmarkt nach VDMA-Schätzungen mittlerweile eine Größenordnung von 7 Mrd. Euro erreicht haben.

Branche auf Wachstum eingestellt
In den vergangenen Jahren hat die Branche deutlich Produktionskapazitäten aufgebaut. Sie reagiert damit auf die anhaltend gute Branchenkonjunktur und die guten strukturellen Rahmenbedingungen der Pharmabranche. Die wichtigste Abnehmergruppe, die international tätigen forschenden Arzneimittelkonzerne, hat mittlerweile das sogenannte 'Patent-Cliff' umschifft. Die Forschungspipelines sind gut gefüllt und neue Produkte können die Umsatzrückgänge durch auslaufende Patente wieder kompensieren. Die zunehmende Überalterung in den Industrieländern, die Zunahme der Zivilisationskrankheiten in den Emerging Countries, eine zunehmende Bevölkerung bei verbesserter Arzneimittelversorgung in den Schwellen- und Entwicklungsländern sowie zunehmender Kostendruck auf Arzneimittelhersteller durch die Träger des Gesundheitswesens – all diese Faktoren wirken sich stimulierend auf die Nachfrage von Pharma-Produktions- und –verpackungsmaschinen aus.

Konjunktur: An der Kapazitätsgrenze
Die aktuelle VDMA- Frühjahrsumfrage bestätigte die insgesamt erfreuliche Branchenkonjunktur im Bereich Maschinen und Anlagen für Pharma und Kosmetik. Impulse kommen derzeit vor allem aus dem Inland und Westeuropa und zunehmend auch wieder Fernost. Bemerkenswert ist der Stimmungsumschwung zum Positiven im Nordamerikageschäft. Viele Mitglieder produzieren an der Kapazitätsgrenze und melden bei weiterhin moderatem Kapazitätsaufbau zunehmende Auftragsreichweiten.

Die positive Branchenkonjunktur wird nach Ansicht der Teilnehmer an der Umfrage auch in den kommenden Monaten Bestand haben. Dabei werden weiterhin die 'alten' Märkte die Nachfrage treiben. Rückenwind kommt auch aus Fernost. Zudem hat sich die Nachfrage aus Osteuropa wieder erholt und auch für Lateinamerika zeichnet sich ausgehend von niedrigem Niveau eine Nachfragebelebung ab.

VDMA-Zukunftsszenario: personalisierte Medizin im Feststoffbereich
Personalisierte Medizin ist dabei, die weltweiten Gesundheitssysteme tiefgreifend zu verändern. Dies gilt nicht nur für die heute übliche individualisierte Behandlung von Krebserkrankungen, sondern für die gesamte Bandbreite der Arzneimitteltherapie und alle Darreichungsformen.

Die Kombination neuer Diagnoseverfahren mit den Möglichkeiten datenbasierter Medizin und den Entwicklungen der pharmazeutischen Technologie ermöglicht neue integrierte Geschäftsmodelle, und in der Folge eine disruptive Erneuerung der Arzneimittelherstellung und -versorgung, gerade im Feststoffbereich. Das zeigt ein vom VDMA in Auftrag gegebenes Zukunftsszenario.

Tritt das Szenario ein, werden sich für den pharmazeutischen Maschinenbau nicht nur die Anforderungen an Herstellung und Verpackung ändern. Der Maschinenbau wird sich auch an neue Kundenstrukturen und Marktspielregeln anpassen müssen.

Doch noch ist unklar, wer die Treiber der Veränderung sein werden, die bestehende Pharmaindustrie, innovative Start-ups oder die Tech-Giganten des Silicon Valley und auch, ob diese sich gegen Vorbehalte der Stakeholder der Gesundheitsbranche durchsetzen und personalisierte Arzneimittel im Feststoffbereich einen signifikanten Marktanteil erreichen werden.

Das Szenario wird ab 1.6.2018 auf https://nuv.vdma.org/achema-2018-spezial zum Download angeboten.

VDMA "Maschinen und Anlagen für Pharma und Kosmetik" auf der ACHEMA

Besuchen Sie uns im Foyer der Halle 4.1 Stand A31.

Ihr Ansprechpartner: Dr. Peter Golz

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