Südafrika: Nahrungsmitteltechnologie gefragt

VDMA, Martina Claus

Ende Mai erkundete der VDMA-Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen mit dreizehn seiner Mitglieder die Nahrungsmittelindustrie in Südafrika

Ziel der Reise war, das Verständnis für den Markt und seine Potentiale, das Investitionsklima und die aktuelle Nachfrage nach Technologien zu verbessern sowie die Kontakte zur lokalen Nahrungsmittelindustrie zu vertiefen. Die Aktivitäten vor Ort wurden von der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika vorbereitet und organisiert.

Symposium als Auftakt

Zum Auftakt wurde am 28. Mai in Johannesburg ein Symposium veranstaltet, das mit mehr als 90 Geschäftsleuten aus der südafrikanischen Nahrungsmittelindustrie sehr gut besucht war. Die von den deutschen Unternehmen präsentierten Produkte und Services von der Verarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln und Getränken bis zur Prozess- und Abwasserbehandlung stießen auf reges Interesse.

Für den Rest der Woche besuchte die Delegation 14 Lebensmittelhersteller in Johannesburg und Durban. Die Besuche deckten die wichtigsten Hersteller, Verpacker und Exporteure von Nahrungsmitteln und Getränken im Lande ab, wie zum Beispiel Tiger Brands, Pioneer Foods, Unilever, AVI, Mc Cain Foods, Coca Cola, Kelpack Manufacturing, und Fairfield Dairy.

Kosteneinsparung und Effizienz gefragt

Südafrika ist die diversifizierteste Wirtschaft Afrikas und einer der größten Märkte für Technologien zur Nahrungsmittelverarbeitung. In den letzten 10 Jahren ist der Wert der jährlich produzierten Lebensmittel und Getränke um fast 70% auf mehr als 24 Milliarden Euro gestiegen. Im selben Zeitraum wuchsen die jährlichen Importe entsprechender Verarbeitungstechnologien auf mehr als 350 Millionen Euro – ein Ausdruck für den steigenden Lebensmittelkonsum einer ständig wachsenden Bevölkerung und die Konsumkraft einer nachfragekräftigen Mittelschicht sowie des Bestrebens, mehr Lebensmittel zu exportieren. Jedoch bleibt das Wirtschaftswachstum seit Jahren hinter den Erwartungen zurück, und es herrscht hohe Arbeitslosigkeit. Das Konsumklima leidet zudem unter politischer Unsicherheit.

Die südafrikanischen Lebensmittelhersteller bewegen sich daher in einem schwierigen Marktumfeld. Ihr Interesse liegt zurzeit vor allem an Investitionen zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung. Mechanisierung und Automatisierung gelten dabei als wichtige Maßnahmen.

Die Gespräche mit den Managern aus technischem Einkauf, Marketing und Produktentwicklung lieferten wichtige Erkenntnisse bezüglich der daraus resultierenden Anforderungen an die Leistungen der Maschinenlieferanten. Dazu zählen: Bereitstellung maßgeschneiderter Technik, passende Finanzierungskonzepte, schneller und preisgünstiger Wartungs- und Ersatzteilservice und Präsenz vor Ort.