10 Fragen an Steffen Bersch, Mitglied des Vorstands der GEA Group Aktiengesellschaft

GEA

Dipl.Ing (FH) Steffen Bersch, Jahrgang 1969, studierte Nahrungsmitteltechnologie mit dem Schwerpunkt Biotechnoplogie. Seit 2000 war er in verschiedenen Positionen innerhalb der GEA Group tätig und ist seit 2016 Mitglied des Vorstandes. Zudem ist er im VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen Vorstandsmitglied in der Fachabteilung Getränkemaschinen und Molkereitechnik. Bersch ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Beschreiben Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen macht.
GEA ist einer der größten Systemanbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie sowie ein breites Spektrum weiterer Branchen und hilft Kunden in der Nahrungsmittel-, Pharma- und Chemieindustrie mit seinen innovativen verfahrenstechnischen und maschinentechnischen Lösungen die Nachhaltigkeit und Profitabilität und damit die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen in der ganzen Welt zu verbessern.

Warum engagieren Sie sich im VDMA?
GEA ist Mitglied des VDMA, weil der Maschinen- und Anlagenbau eine der Säulen der deutschen Wirtschaft ist und eine starke Interessenvertretung benötigt. Gerade die dezentralen und vielfältigen Strukturen unserer Industrie und die größer werdenden globalen Herausforderungen erfordern eine Bündelung der Interessen der Branche.  

Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage?
Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau beurteile ich die Lage nach wie vor positiv, da wir sehr starke und innovative Unternehmen haben, die teilweise unabhängig von globalen Trends in Nischen agieren. Die Vielschichtigkeit dieser Industrie macht sie zu einem gewissen Teil resistent gegen globale Markttrends. Wir müssen aber vorsichtig sein: Politische Entscheidungen, die globalen Handel hemmen, mögen dazu führen, dass Investitionen unserer Kunden verzögert oder gar ausgesetzt werden. Solche Entwicklungen würden die Unternehmen unserer Industrie negativ treffen.

Was war aus Ihrer Sicht die größte Innovation der letzten Jahre?
Der Melkroboter - Die vollautomatischen Systeme der neusten Generation haben das Melken für Milchproduzenten nochmals revolutioniert. Die gesamte Melkroutine läuft vollautomatisch in einem einzigen Arbeitsgang ab – und das individuell angepasst an die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Dadurch können Klein- wie Großbetriebe schnell und fachgerecht Melken, ihre Effizienz steigern, und gleichzeitig die Tierüberwachung und -gesundheit verbessern.

Worin sehen Sie die wichtigsten Zukunftsaufgaben für die Branche?
Ich denke, dass sich unsere Branche vor allem durch ihre technologische Vielfältigkeit und ihren ultimativen Fokus bei den einzelnen Unternehmen auszeichnet. Diese Charakteristika müssen wir erhalten und weiter ausbauen. Dazu gehört es, diese Branche für den Nachwuchs immer attraktiver zu machen und so immer wieder aufs Neue Jugendliche für die Branche zu begeistern. Wenn das gelingt und wir ein Umfeld der Kreativität fördern, dann werden unsere Mitarbeiter weiterhin neue und wettbewerbsfähige Technologien entwickeln und die Branche wird im Wettbewerb erfolgreich sein und weiter wachsen.

Wofür bzw. worin sehen Sie Innovationspotentiale?
Innovationspotenziale sehe ich vor allem im Bereich der Digitalisierung. Unserer Branche - so wie vielen anderen Branchen - ist heute nur in Ansätzen klar, welches Potential in diesem Bereich steckt. Wir müssen nachhaltig in Digitalisierung investieren, um diese Potentiale selbst zu heben. Dabei dürfen wir aber auch unsere Mitarbeiter nicht vergessen! Wir müssen ihnen helfen, mit den neuen Möglichkeiten richtig umzugehen.  

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Menschen am meisten?
Ehrlichkeit ist die Basis für alles – im beruflichen, wie auch im privaten Umfeld. Darüber hinaus schätze ich auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Handeln.

Was ärgert Sie im beruflichen Alltag am meisten?
Mich ärgert am meisten, wenn versucht wird, mit falschen Informationen oder Halbwahrheiten zu manipulieren. Mich ärgert auch, wenn zur Lösung eines Problems nicht alle denkbaren Optionen betrachtet worden sind.

Wer ist Ihr Vorbild und warum?
Mein Vorbild ist ein Pfarrer, der mir als Teenager vor über 35 Jahren das Segeln beigebracht hat. Er war es auch, der mir viel über das Leben erzählt hat und mich damit anregte, mir mein eigenes Bild von der Welt zu machen.

Was war der klügste Rat, den Sie jemals bekamen?
Immer am Ball bleiben und nicht so schnell aufgeben, oder, wie Thomas Alva Edison es formuliert hat: “Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.“