Hygienisch, wirtschaftlich und vernetzt – Die Trends in der VDMA Technik Lounge

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Produktsicherheit, Ressourceneffizienz, Produktionsoptimierung und Digitalisierung sind die Schwerpunktthemen der diesjährigen IFFA. In Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung sowie Start-ups zeigen wir in unserer Technik Lounge die neuesten Trends dazu.

Als Internationale Leitmesse der Fleischwirtschaft ist die IFFA Innovationstreiber der Branche. Nirgendwo sonst gibt es so viele Innovationen, Neuheiten und Trends zu sehen. Nirgendwo sonst begegnen sich so viele Experten zum Austausch wie hier. Der VDMA bietet in seiner Technik Lounge Raum für Expertenaustausch und präsentiert Exponate zu den Schwerpunktthemen der IFFA.

Hoch flexibel - der Reinigungsroboter „Mobile Cleaning Device“
Das „Mobile Cleaning Device“ (MCD) ist ein mobiles Reinigungsgerät für die adaptive Reinigung von Maschinen und Anlagen. Als selbstfahrendes System ist es für die voll automatisierte Reinigung im gesamten Produktionsbereich einsetzbar. Optische Sensoren zur Schmutz- und Umgebungserkennung ermöglichen eine exakt auf die Umgebung angepasste Reinigung. Das Reinigungs-Monitoring zeigt inline an, welche Bereiche gereinigt werden müssen und wann die Reinigung erfolgreich abgeschlossen ist. Damit wird eine durchgängige Protokollierung möglich. Je nach Bedarf stehen verschiedene Düsen wie Flachstrahl oder Schwallreiniger zur Auswahl. Sie können separat zu- oder abgeschaltet werden. Das spart Zeit, Energie, Ressourcen und Kosten.

Simulationssoftware für die intelligente Reinigung
Für die Simulation von komplexen, offenen Spritzreinigungssystemen hat das Fraunhofer IVV in Dresden in Zusammenarbeit mit IT-Spezialisten die Reinigungssoftware SIMKOR entwickelt. Mit dieser lassen sich Reinigungssysteme vom Konstrukteur virtuell und nahezu in Echtzeit simulieren. Die zu reinigenden Bauteile oder Maschinen und Anlagen werden als CAD-Daten integriert. Die Reinigungswirkung kann so ganz gezielt gesteuert werden. Vor allem der Zugang zu schwer zu reinigenden Bereichen wird dadurch erleichtert. Mit SIMKOR können Reinigungssysteme bereits vorab virtuell getestet und optimiert werden. Aufwendige iterative Anpassungen am Prototyp oder langwierige und teure Auslegungs- und Optimierungsprozesse beim Kunden entfallen damit komplett.

R3DT – Meet Your Reality - Die Softwareplattform für eine virtuelle Produktionsplanung
Von der Entwicklung über die Konstruktion bis zur Markteinführung einer Maschine oder Anlage liegt ein langer Weg. Der Bau von Prototypen, das ständige Testen und Verbessern daran kosten Zeit und Geld. Bisher. Neue Technologien erlauben es nun, Anlagen virtuell zu planen, ihre Funktionsabläufe zu simulieren und Fehler zu beheben, noch bevor sie in Stahl und Eisen stehen. R3DT bietet ein benutzerfreundliches Virtual Reality-Tool für Industrial Engineers, die in der frühen Planungsphase Fehler vermeiden möchten. Interessant ist das VR-Tool zur Konstruktionsdurchsprache und Abnahme z.B. für die Arbeits- und Montageplanung, Layoutplanung von Fabriken, Produktentwicklung, im Sondermaschinen- und Anlagenbau sowie im technischen Vertrieb. Aufwendige Mockups und echte Prototypen werden überflüssig. Unterm Strich spart man viel Zeit und Geld.

Roboter mit Vakuumgreifer
Das DIL - Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik zeigt einen Roboter mit Vakuumgreifer, der mit einem Produkt in einem definierten Ablauf verfährt. Die Saugglocke des Vakuumgreifers ermöglicht es, auch mit weichen Produkten wie Fleisch hygienisch und zuverlässig zu verfahren. Die DIL-Vakuumgreifsysteme können für die Handhabung annähernd jedes Lebensmittel - von der Himbeere bis zur Schweinehälfte - verwenden. Auf diese Weise wurden bereits Applikationen von der Tortendekoration über das automatisierte Belegen von Sandwiches bis zum Verpacken von Fleischwaren umgesetzt. Eine Sonderanwendung der Greiftechnik stellt ferner der Einsatz in Sliceranlagen dar, wo durch den Vakuumslicergreifer das Reststück im Vergleich zur Verwendung von Nadelgreifern deutlich reduziert werden kann.

Lebensmittel aus dem 3D Drucker
Das DIL - Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik zeigt zudem die Möglichkeiten für den 3D Druck von Lebensmitteln. Die DIL Entwicklung des 3D-Druckers zur Herstellung von Lebensmitteltexturen auf Basis von protein- und stärkebasierten Materialien bietet die Möglichkeit einer lokalen und personalisierten Zusammensetzung und Strukturierung von Lebensmitteln. Eine Kombination aus Schneckenextruder und 3D-Druckdüse bildet das Druckportal, das neue Produktdesigns von Lebensmitteln durch gezielte Vor- und Nachbehandlung der hinzugefügten Zutaten ermöglicht.

Dekontamination von Slicermessern
Das Institut für Lebensmittelhygiene der Vet. med. Universität Leipzig stellt Ihr Forschungsprojekt Dekontamination von Slicermessern vor. Hierbei soll erstmals mit einem „off-line“-basierten automatischen plasmatechnischen Verfahren eine mindestens gleichwertige oder bessere bakterizide Wirkung erreicht werden als bei einer herkömmlichen nasschemischen Desinfektion. Das Verfahren soll die Rekontamination beim Herstellungsprozess insbesondere beim Schneidvorgang verhindern und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Prozesshygiene leisten.

Industrie 4.0 – Kommunikation in einer Sprache
Dass der Kutter die Füllmaschine fragt, ob sie bald Brät braucht oder die Räucherkammer die Kapazitäten mit der Nachreifung abstimmt, könnte schon bald Realität sein. Doch dafür bedarf es Sicherheits- und Kommunikationsstandards in den Maschinen- und Planungssystemen. Und natürlich entsprechende Datenverbindungen. Der VDMA hat mit den Weihenstephaner Standards (WS) frühzeitig einheitliche Schnittstellen und Datenpunktdefinitionen gefördert. Jetzt befinden sich die Anpassung und Beschreibung in einer OPC UA Companion Specification auf der Zielgeraden und ermöglichen damit die Industrie 4.0-Kommunikation. Auf der IFFA bietet der VDMA dazu die „OPC UA Sprechstunde“ an. In der Technik Lounge beantworten Experten Fragen rund um das Thema Industrie 4.0. Zudem spricht Christoph Nophut von der Technischen Universität München am Montag, den 6. Mai um 11.25 Uhr im IFFA-Forum (gleich nebenan) über „WS goes OPC UA“.

 

Lassen Sie sich begeistern und besuchen Sie uns in unserer Technik Lounge in Halle 11.1, B41.
Herzlich Willkommen!

 

Haben Sie noch Fragen? Hier sind Ihre Ansprechpartner:

Fraunhofer IVV Dresden Institutsteil Verarbeitungstechnik
Max Hesse, max.hesse@ivv-dresden.fraunhofer.de

R3DT GmbH
Achim Schneider, achim.schneider@r3dt.com

DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V.
Bernhard Hukelmann, b.hukelmann@dil-ev.de

Institut für Lebensmittelhygiene Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig
Dr. Thiemo Albert, albert@vetmed.uni-leipzig.de

Technische Universität München
Christoph Nophut, christoph.nophut@tum.de

VDMA Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen
Michael Przytulla, michael.przytulla@vdma.org

 

 

Der VDMA vertritt mehr als 3200 Unternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus. Mit gut 1,3 Millionen Erwerbstätigen im Inland und einem Umsatz von 232 Milliarden Euro (2018) ist die Branche größter industrieller Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige insgesamt.

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